Die Fakten

ZURÜCK INS JAHR 1993

Was wissen wir?

Das Verschwinden von Tanja Groen im Jahr 1993 ist ein Fall, der die Gemüter schon seit 28 Jahren bewegt. Was ist der damals 18-jährigen Studentin geschehen? Was wissen wir? Was sind die Fakten?

Tanja Groen war erst seit vierzehn Tagen in Limburg, als sie in Maastricht verschwand. Sie kam aus Schagen, Nordholland, und war das jüngste von vier Kindern. Tanja wollte in Maastricht an der Universität in der Tongersestraat Gesundheitswissenschaften studieren und war deswegen Mitte August 1993 in ein Zimmer am Rijksweg 66-B im Dorf Gronsveld, im Maastal, etwa sechs Kilometer südlich von Maastricht, eingezogen. Sie wohnte dort mit einer anderen Studentin und ihrem Vermieter zusammen, die sie beide vorher nicht kannte.

Haben Sie einen Tipp?

Wissen Sie mehr über das Verschwinden von Tanja Groen?

  • Wissen Sie mehr über die Umstände ihres Verschwindens?
  • Wissen Sie, wer damit zu tun hat? Wissen Sie, wo ihre Leiche ist?
  • Oder wissen Sie etwas Anderes, was zur Aufklärung dieses Rätsels beitragen könnte?

Helfen Sie dann mit, Tanja Groen nach Hause zu bringen.

Der Tag des Verschwindens

rekonstruktion

Vor dem eigentlichen Beginn des Studiums fand eine Einführungswoche statt und Tanja nahm an allen möglichen Aktivitäten teil. Am Dienstag, dem 31. August 1993, dem Tag ihres Verschwindens, war die blauäugige Studentin mit dem Fahrrad von Gronsveld nach Maastricht gefahren, um an einer Feier der Studentenvereinigung Circumflex in einem Gebäude in der Herbenusstraat 9 im Statenkwartier teilzunehmen. Sie hatte ihr Fahrrad in der Capucijnenstraat abgestellt, die sich mit der Herbenusstraat kreuzt. Auf der Party ist nichts Ungewöhnliches vorgefallen. Sie hatte nichts oder kaum etwas getrunken. Gegen zwölf Uhr nachts sahen ein paar Studenten, wie Tanja das Circumflex-Gebäude verließ – allein. Sie schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr in der Dunkelheit Richtung Vrijthof. Von diesem Moment an fehlt von der jungen Studentin jede Spur. Es ist unklar, welchen Weg Tanja genau genommen hat, es gibt mehrere Möglichkeiten. Es ist auch nicht sicher, dass sie direkt zu ihrem Zimmer gefahren ist, obwohl dies angenommen wird.

Alarm

Es sollte noch eine Weile dauern, bis das Verschwinden wirklich entdeckt und der Alarm ausgelöst wurde. Tanjas Eltern, Corrie und Adrie Groen, gingen in Schagen davon aus, dass alles in Ordnung war. Am Tag ihres Verschwindens hatte Tanja ihrer Mutter telefonisch mitgeteilt, dass sie nicht am Donnerstag, sondern am Freitag nach Hause kommen würde, da sie in der Festwoche noch Verpflichtungen habe. Auch ihre Mitschüler hatten ihr Verschwinden nicht bemerkt. Niemand kannte sich schon richtig, und in der Festwoche schlief man gerne mal aus, wenn es spät geworden war.

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Ouders van Tanja in Maastricht

Tanjas Eltern und Ermittler Ben Renckens in Maastricht

Erst am Freitag, dem 3. September 1993, wurden Tanjas Eltern von einem Kommilitonen angerufen, der sich erkundigte, ob Tanja in Schagen sei, da er sie seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte, während die Vorlesungen inzwischen begonnen hatten. An diesem Abend haben Corrie und Adrie bei der Polizei in Schagen Anzeige erstattet und sind am nächsten Tag, einem Samstag, nach Maastricht und Gronsveld gefahren, nicht ahnend, dass das Verschwinden ihrer Tochter jahrzehntelang ungeklärt bleiben würde.
Eine Untersuchung ihres Zimmers ergab, dass all ihre Sachen dort hingen, ebenso wie ihre Zahnbürste, Haarbürste und andere Gegenstände für die Körperpflege. Auch Tanjas Reisepass lag in dem Zimmer. Das Bett war unbenutzt und der Rucksack mit den Studienbüchern war noch nicht ausgepackt.

Tanjas Fahrrad

Tanjas Fahrrad war ein schwarzes Damenfahrrad aus dritter Hand, das mindestens einmal von Hand überstrichen worden war. Sie hatte es von einem Bekannten in Schagen bekommen. Eine genaue Beschreibung gibt es nicht. Es hatte einen Aufkleber mit der Aufschrift „Cheesetown“. Es war ein Fahrrad ohne Gangschaltung und mit Rücktritt. Auf dem Rahmen ist die Postleitzahl 1814 CG eingraviert, die auf eine Adresse in Alkmaar hinweist.
Obwohl in der Fernsehsendung von Peter R. de Vries eine Belohnung von 5000 Gulden für das Auffinden des Fahrrads drei Jahre nach seinem Verschwinden ausgesetzt wurde, tauchte es nirgendwo mehr auf. Auf dem Suchplakat wurde fälschlicherweise die Postleitzahl 1815 CG statt 1814 CG angegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fahrrad noch irgendwo steht, ist verschwindend gering. Die Polizei geht davon aus, dass Tanja mit ihrem Fahrrad von einem Täter entführt worden ist. Wenn Tanja unterwegs unvermittelt von einem Angreifer, der zum Beispiel ein Sexualdelikt begehen wollte, überfallen worden wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Fahrrad an einem auffälligen Ort stehen geblieben und schließlich gefunden worden wäre. Aber unmöglich ist dieses Szenario sicherlich nicht.

Nichts gefunden

Tanja Groen hatte ein Bankkonto, von dem jedoch nie mehr Geld abgehoben wurde. Auch ihre Bankkarte, die ÖPNV-Jahreskarte, ihre Tasche, Kleidung und Schlüssel wurden nie gefunden. Kurz vor ihrer Abreise nach Maastricht hatte Tanja in Schagen einen festen Freund bekommen, aber es war noch keine dauerhafte Beziehung.
In den zwei Wochen vor dem Verschwinden gab es – soweit man weiß – keine verdächtigen oder auffälligen Vorfälle. Da sich Tanja erst seit kurzer Zeit in Maastricht/Gronsveld aufhielt, ist anzunehmen, dass ihr Verschwinden ein isoliertes Geschehen ist. An den Wochenenden, an denen Tanja zu Hause war, war sie gut gelaunt und es sah nicht so aus, als würde sie etwas stören oder belasten. Sie war mit ihrem Studium zufrieden und empfand es als aufregendes Abenteuer, als 18-Jährige auf eigenen Füßen in einer „neuen“ Welt zu stehen.

Suche

Auch eine polizeiliche Suchaktion mit Spürhunden und einem Hubschrauber verlief ergebnislos. In den folgenden Jahren tauchte das Verschwinden von Tanja Groen immer wieder in den Nachrichten auf, es wurden hunderte Hinweise überprüft, zahllose Menschen wurden befragt, beobachtet und ausgeschlossen, es wurde gegraben und im Wasser gesucht, es wurden Aufrufe, Artikel und Bücher veröffentlicht, Fernsehreportagen gedreht und vor lauter Verzweiflung sogar Hellseher eingeschaltet, aber nichts führte zu einer Spur oder einem Zeichen von Tanja. Es wurde überhaupt nichts gefunden. Bis jetzt.

Sehen Sie hier Fragmente aus: Peter R. de Vries, Kriminalreporter – 1996

In den videos:

  1. Die Fakten, die Rekonstruktion der Route, die Tanja gefahren sein könnte und mögliche Szenarien.
  2. Der Täter? Wer war Wim Smulders? Was macht ihn verdächtig?
  3. Tanjas Eltern im Studio, ihre ständige Ungewissheit. Schon damals.
  4. Der Zeuge, der sich nach der Sendung bei Peter R. de Vries meldete.

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Totengräber Wim Smulders

Obwohl Wim Smulders inzwischen verstorben ist, steht sein Name immer noch weit oben auf der Liste der möglichen Verdächtigen.

Das geöffnete Grab

Ende Januar 2020 ließ die Staatsanwaltschaft auf einem Friedhof bei Maastricht ein altes Grab öffnen.

Die Medien

Viele (regionale) Medien haben seit 1993 regelmäßig über die Entwicklungen rund um Tanjas Verschwinden berichtet.

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Einmal muss Gewissheit bestehen, vielleicht kann der Täter gar nicht gefasst werden, Hauptsache, es ist klar, was mit Tanja geschehen ist; das haben ihre Eltern und ihre Familie verdient.

PETER VAN HEUGTEN – EHEMALIGER ERMITTLER im FALL TANJA