Das geöffnete Grab

Es ist 2020

Endlich Gewissheit?

Im Fall Tanja Groen wurde viel versucht und es wurden verschiedene Szenarien in Betracht gezogen. Dazu gehörte auch eine Exhumierung.

Ende Januar 2020 stand das Verschwinden von Tanja Groen nach einer Periode relativer Stille plötzlich wieder im Scheinwerferlicht, als die Staatsanwaltschaft eines frühen Morgens ein altes Grab auf dem Friedhof der katholischen Kirche an der Beente im Maastrichter Stadtteil Heugem öffnen ließ.

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Makabres Szenario

Die Polizei hatte die Nachricht bekommen, dass Tanja in der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1993 von ihrem Mörder in ein frisch ausgehobenes Grab gelegt worden war. Laut diesem düsteren Szenario war am nächsten Morgen der Sarg mit dem Verstorbenen – dessen Name auf dem Grabstein stand – unbemerkt darüber gestellt worden. Die Polizei bezeichnete diese Information als „zuverlässig und aussichtsreich“. Die Ermittlungen ergaben, dass das Grab in der Nacht des Verschwindens tatsächlich offen gewesen war. Außerdem lag der Friedhof an einer möglichen Fahrradroute von Maastricht nach Gronsveld.

Enttäuschung

Tanja Groens Eltern waren im Voraus informiert worden. Die Familie des Verstorbenen kooperierte bei den Ermittlungen. Spezialisten des NFI (Niederländisches Forensisches Institut) verbrachten den ganzen Tag in eisiger Kälte damit, das Grab auszuheben und zu öffnen, während die frierenden Medienvertreter aufmerksam zuschauten.
Am Ende des Tages, als es bereits dunkel geworden war, war die Enttäuschung groß. Unter dem Sarg des Verstorbenen wurde nichts gefunden. Es handelte sich um eine Fehlinformation.

Für die Familie Groen, die zu Hause in Schagen mit Spannung auf die Ergebnisse wartete, war dies eine große Enttäuschung. „Wir dachten diesmal wirklich, dass es stimmen könnte. Wir hatten uns wirklich darauf eingestellt, dass das Rätsel heute gelöst werden würde. Die Polizei, alle waren optimistisch. Das musste die Lösung sein. Aber das war es nicht… das war eine riesige Enttäuschung, ja, ein Schlag, von dem wir uns erst einmal erholen mussten“, sagen Corrie und Adrie Groen.

Verbindung zu Wim Smulders?

Auf welche Informationen sich die Polizei bei der Öffnung des Grabs stützte, wurde nicht bekannt gemacht. Falls sich der Tipp auf den im Fall Tanja Groen häufig erwähnten Wim Smulders aus Geldrop bezog, ist es durchaus denkbar, dass das die Kriminalpolizei veranlasst hat, dem Hinweis nachzugehen.

Aus der Akte geht hervor, dass die Polizei diesen Wim Smulders, einen ehemaligen Totengräber, verdächtigte, „zusätzliche Leichen“ in Gräber gelegt zu haben, um seine Verbrechen zu vertuschen. Diese Vorgehensweise würde gut zu den Informationen passen, die bei der Polizei eingegangen waren.

Das Jahr der Tanja Groen

Immerhin hat die Graböffnung in der Nähe der Kirche dazu geführt, dass der ungelöste Fall des Verschwindens wieder ganz oben auf der Tagesordnung steht. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, dass sie die Ermittlungen fortsetzen werde, und dafür wurden Ermittler freigestellt. Am Ende des Jahres gab Peter R. de Vries als Sprecher und Vertrauensperson der Familie Groen Folgendes bekannt: „Das Jahr 2021 soll das Jahr der Tanja Groen werden.“

Die Fakten

In den Jahren nach ihrem Verschwinden war Tanja Groen immer wieder in den Nachrichten, aber daraus ergab sich keine Spur von ihr.

Die Medien

Viele (regionale) Medien haben seit 1993 regelmäßig über die Entwicklungen rund um Tanjas Verschwinden berichtet.

Totengräber Wim Smulders

Obwohl Wim Smulders bereits verstorben ist, steht sein Name immer noch ganz oben auf der Liste der möglichen Verdächtigen.

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Dieser Fall hatte nie die Priorität, die andere Fälle erhielten

 – Peter R. de Vries